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Warten auf Gott

DAS WARTEN AUF DIE ANTWORT GOTTES AUF DAS GEBET FÄLLT VIELEN SCHWER.

Viele denken sogar dabei, dass das Gebet nicht bei Gott ankommt, oder gar von Gott abgelehnt ist. Man ist unsicher und hat Angst, dass die eigenen Sünden hindern, dass das Gebet von Gott zugehört wird.

Dieses Phänomen passiert nicht nur bei den Menschen in unserer Zeit, sondern auch bei den Patriarchen, ja sogar bei den Propheten und selbst den Jüngern Jesu.

Gideon z.B. dachte, Gott habe die Menschen verlassen.

„Und der Engel des HERRN erschien ihm und sprach zu ihm: Der HERR ist mit dir, du tapferer Held! Und Gideon sprach zu ihm: Bitte, mein Herr, wenn der HERR mit uns ist, warum hat denn dies alles uns betroffen? Und wo sind alle seine Wunder, die unsere Väter uns erzählt haben, indem sie sprachen: Hat der HERR uns nicht aus Ägypten heraufgeführt? Und nun hat der HERR uns verlassen  und uns in die Hand Midians gegeben.“ (Richter 6,12-13)

Der König David hat in seinem Zweifel Gott verurteilt, als ob er ihn abgeschrieben hätte.

„Bis wann, HERR, willst du mich für immer vergessen? Bis wann willst du dein Angesicht vor mir verbergen? Bis wann soll ich Pläne in meiner Seele hegen, Kummer in meinem Herzen bei Tag? Bis wann soll sich mein Feind über mich erheben? Schau her, antworte mir, HERR, mein Gott! Erleuchte meine Augen, dass ich nicht entschlafe zum Tod“ (Psalm 13,2-4)

Die Bibel zeigt in der Geschichte dieser Patriarchen und Propheten aber, dass Gott trotz ihres Zweifels über ihre eigenen Gebete sie doch rechtzeitig geantwortet und denen geholfen hat.

Das Problem dabei war, dass Gott sich oft warten ließ, bis er mit seiner Antwort kam.

Selbst der größte Patriarch, oftmals als Vater des Glaubens genannt, Abraham, hat Gott bei dem Warten gezweifelt, dass Gott sein eigenes Versprechen hielt. Gott hat ihm nämlich versprochen, dass er viele Nachkommen bekommt.

„Und der HERR hatte zu Abram gesprochen: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde. Und ich will dich zu einer großen Nation machen und dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen; und du sollst ein Segen sein!“(1. Mose 12,1-2)

Abraham war 75 Jahre alt, als Gott ihm dies versprach. Er hatte bis zu dem Zeitpunkt keine Kinder.

Gott hatte ihm dies nicht nur ein Mal versprochen, sondern wiederholte sein Versprechen immer wieder (siehe 1. Mose 13,14-16; 15,1-6; 17,1-6.15-22, 18,1.10-15)

Es steht in der Bibel geschrieben, dass Abraham zwar Gottes Versprechen glaubte (1. Mose 15,5-6). Aber aus diesem Glauben ist ein Zweifel geworden, als seine Frau nach einem Jahrzehnt nicht schwanger wurde.

In der Zeit des Wartens sind Abraham und Sara, seine Frau, ungeduldig geworden und haben versucht, selbst eine Lösung zu finden. Es ging dann alles schief. Denn der Weg, was sie selbst geschaffen haben, ist nicht  von Gott.

„Und Sarai, Abrams Frau, gebar ihm nicht. Und sie hatte eine ägyptische Magd, und ihr Name war Hagar. Und Sarai sprach zu Abram: Sieh doch, der HERR hat mich verschlossen, dass ich nicht gebäre; geh doch ein zu meiner Magd, vielleicht werde ich aus ihr erbaut werden [D.h. durch sie Nachkommen erhalten]. Und Abram hörte auf die Stimme Sarais. Und Sarai, Abrams Frau, nahm Hagar, die Ägypterin, ihre Magd, nach Verlauf von zehn Jahren, die Abram im Land Kanaan gewohnt hatte, und gab sie Abram, ihrem Mann, ihm zur Frau. Und er ging zu Hagar ein, und sie wurde schwanger; und als sie sah, dass sie schwanger war, da wurde ihre Herrin gering in ihren Augen. Und Sarai sprach zu Abram: Das Unrecht, das mir widerfährt, fällt auf dich! Ich habe meine Magd in deinen Schoß gegeben; und da sie sieht, dass sie schwanger geworden ist, bin ich gering in ihren Augen. Der HERR richte zwischen mir und dir! Und Abram sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand; tu ihr, was gut ist in deinen Augen. Und Sarai behandelte sie hart, und sie floh von ihr weg. Und der Engel des HERRN fand sie an einer Wasserquelle in der Wüste, an der Quelle auf dem Weg nach Sur. Und er sprach: Hagar, Magd Sarais, woher kommst du, und wohin gehst du? Und sie sprach: Ich fliehe weg von meiner Herrin Sarai. Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Kehre zu deiner Herrin zurück und demütige dich unter ihre Hände. Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommenschaft sehr mehren, dass sie nicht gezählt werden kann vor Menge. Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Ismael geben, denn der HERR hat auf dein Elend gehört. … Und Hagar gebar Abram einen Sohn; und Abram gab seinem Sohn, den Hagar geboren hatte, den Namen Ismael. Und Abram war 86 Jahre alt, als Hagar dem Abram Ismael gebar.“ (1. Mose 16,1-11.15-16)

Trotz des Zweifels Abrahams hielt Gott sein Versprechen. Ja, er hält immer sein Versprechen. Nach 25 Jahren erfüllte es, dass Adam von seiner Frau, Sara, das verheißene Kind bekam.

Und der HERR wandte sich Sara zu, wie er gesagt hatte, und der HERR tat Sara, wie er geredet hatte. Und Sara wurde schwanger und gebar Abraham einen Sohn in seinem Alter, zu der bestimmten Zeit, von der Gott zu ihm geredet hatte. Und Abraham gab seinem Sohn, der ihm geboren worden war, den Sara ihm geboren hatte, den Namen Isaak [Hebr. Jizchak: Lacher]… Und Abraham war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. Und Sara sprach: Gott hat mir ein Lachen bereitet; jeder, der es hört, wird mit mir lachen.“ (1. Mose 21,1-6)

Hier sehen wir, dass Gott trotz der langen Wartezeit immer rechtzeitig mit seiner Hilfe und mit seinem Versprechen kommt.

Gott hat einen besseren Überblick und kennt die Lage der Menschen am Besten. Er wartet bis die Zeit ganz passend ist, dann erst gibt er die Antwort auf das Gebet der Menschen oder – im Fall von Abraham – erfüllt er sein Versprechen.

Manche sagen, dass Gott manchmal nicht antwortet, wenn er mit dem Gebet nicht einverstanden ist. Aber meine eigene Erfahrung und auch die Erfahrungen von anderen Menschen in der Bibel zeigen, dass Gott immer Antwort auf das Gebet gibt bzw. sein Versprechen hält.

Die Antwort auf das Gebet ist nicht immer das, was Menschen darum gebetet haben. In den meisten Fällen gibt Gott den Menschen sogar bessere Dinge oder bessere Situationen als die Gebeteten – ansonsten dann genau was man darum bittet.

DENN GOTT IST DIE LIEBE. DIE LIEBE SCHWEIGT NICHT, WENN SIE GEFRAGT WIRD. DIE LIEBE GIBT IMMER, WENN SIE GEFRAGT WIRD, UND ZWAR SIE GIBT IMMER DIE BESTE.

Jesus hat selbst gesagt und versichert:

„Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden. Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden. Oder welcher Mensch ist unter euch, der, wenn sein Sohn ihn um ein Brot bitten wird, ihm etwa einen Stein geben wird, oder auch, wenn er um einen Fisch bitten wird, ihm etwa eine Schlange geben wird? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, denen Gutes geben, die ihn bitten!“ (Matthäus 7,7-11).

Gott kennt uns, unser Herzen, unsere unterschiedlichen Situationen, unsere Probleme und unsere Herzenswünsche. Je nach Situationen und Lebenslage wird Er uns das Richtige und das Beste geben – nicht immer was, was wir darum bieten. Aus Liebe gibt er uns sogar so, dass der Zeitpunkt gerade passend ist. Deshalb kommt es schon oft vor, dass er sich warten lässt.

Du kennst bestimmt die Metamorphose, oder!? Das ist der Prozess, in dem die Raupe still steht, sich in einen Kokon einkapselt, und auf die Verwandlung zu einem Schmetterling wartet. Der Kokon ist oft die hässlichste Form in dem Leben einer Raupe. In dieser Kokon-Phase ist die Raupe am Verwundbarste. Denn sie muss still sein, sich auf die Natur verlassen und kann nicht wehren, wenn sie angegriffen wird.

Und diese

Als ich letztes Jahr nach meinem Auslandseinsatz wieder zurück nach Deutschland kehrte, habe ich Gott eine Liste von Wohnungseigenschaften, die ich gerne haben wollte: u.a. Dachgeschoß, Bad mit Badewanne, separate Küche, etc. Was sehr interessant war, ist, dass ich nicht gleich die Wohnung bekam, die ich bei Gott „bestellt“ hatte, sondern zunächst eine temporare Wohnung, die ähnlich mit meiner bestellten, aber eine minderwertige. Die Wohnung, die ich bestellt hatte, gab es nicht, oder war zu teuer. Ich habe Gott gefragt, warum hat er mir keine Wohnung wie bestellt gegeben. Seine Antwort war „Du sollst erst mal warten und dann erst in sieben Monaten wieder die Wohnungsanzeige anschauen.“ So habe ich dann gewartet. Fünf Monaten danach habe ich die temporare Wohnung gekündigt und sieben Monaten danach erneut nach einer Wohnung gesucht.  Wie Gott versprochen hatte, habe ich eine Wohnung mit allen „bestellten“ Eigenschaften gefunden und auch bekommen.

Dazu erinnere ich mich an meine Erfahrung bei der Arbeitssuche. Ich stand 2008 kurz davor, mich zu habilitieren. Aber mir war nicht zumute, eine Karriere im akademischen Bereich fortzusetzen. Denn ich habe durch konsultative Einsätze bei der Katastrophenhilfe gesehen, dass die humanitäre Arbeit durch die zunehmende Krisen weltweit dringend Mitarbeiter brauchte. Deshalb habe ich meine Stelle an der Uni gekündigt und mich bei vielen Hilfsorganisationen beworben. Diesen Schritt habe ich nicht ohne Gebete gemacht. Es war mir ganz sicher, dass die Entscheidung die richtige war und dass meine Gebete bestimmt von Gott erhört werden.

Aber nach einigen Monaten hatte ich nur Ablehnungen von Hilfsorganisationen bekommen. Ich dachte, Gott hätte meine Gebete nicht geantwortet. Ich zweifelte sogar, dass meine Gebete diesbezüglich überhaupt von ihm zugehört wurden oder gar bei ihm ankamen. Alle Türen waren plötzlich zu. Die einzige Tür, die offen war, war die Universität, wo ich gerade die Habilitation machte. So konnte ich nicht anders, anstatt die Habilitation fortzusetzen und zu Ende zu bringen. Erstaunlicherweise dauerte die Habilitation ganz schnell, so dass ich nur innerhalb von wenigen Monaten mit der Habilitationsschrift fertig war.

Nach der Abgabe der Habilitationsschrift habe ich nichts mehr in Richtung humanitärer Arbeit unternommen und gedacht, dass Gott damit nicht einverstanden wäre, weil ich ja nur Ablehnungen bekam. So wartete ich nur auf das Ergebnis des Habilitationsverfahrens, als eines Tages plötzlich mein Handy klingelte. Es war eine Dame am Telefon, die ich zuvor nicht kannte. Sie hatte vorsichtig erkundigt, ob ich willig wäre, als eine Direktorin einer Hilfsorganisation in Afrika zu arbeiten. Ich staunte sehr, da ich mich nie bei ihrer Hilfsorganisation beworben habe. Sie erklärte, dass sie von einem Freund gehört hatte, dass ich mich für eine Mitarbeit bei humanitärer Hilfe interessierte. Da ich aber bereits mit der Uni über eine Stelle gesprochen hatte, hatte ich ihr gebeten, mir innerhalb von zwei Wochen die Unterlagen über die Hilfsorganisation und den Arbeitsvertrag zwecks Ansicht zukommen zu lassen. Die Dame antwortete, dass es so schnell nicht möglich wäre. Das Einstellungsverfahren sollte mindestens 3 Monate dauern.

Nach dem Telefonat habe ich zu Gott gebetet und ihn gefragt, ob das Angebot von der Hilfsorganisation etwa seine Antwort auf meine Gebete ist. In ca. 10 Tagen nach dem Telefonat habe ich eine Email von der Hilfsorganisation samt Unterlagen, den Arbeitsvertrag und dazu eine Bitte, ihn zu unterzeichnen. Die Dame sagte, dass sie irgendwie damit erfolgreich war, die Führungspersonen der Hilfsorganisation zu bewegen, sich innerhalb einer kurzen Zeit für mich zu entscheiden. Wenn das kein Wunder war! Ich wusste sogleich, dass alles von Gott auf wunderbarerweise organisiert war.

So hatte Gott, mir noch viel Besseres gegeben: nicht nur eine tolle Stelle bei einer Hilfsorganisation, wie ich gebetet habe, sondern auch eine erfolgreiche Habilitation bei der Uni. So konnte ich dann meine Karriere in beiden Bereichen verfolgen und sogar miteinander verknüpfen.

Diese Erfahrungen und andere zahlreiche Erfahrungen haben mir gezeigt, dass Gott unsere Gebete immer zugehört und beantwortet. Die Antwort ist zwar nicht immer wie wir möchten, sondern in vielen Fällen viel besser als was wir gebeten haben.

Viele Beter erleben, dass Gott mit der Antwort warten lässt, und denken, dass Gott das Gebet nicht erhört oder gar ablehnt. Aber wenn man geduldig wartet und nachhinein betrachtet, wird man fündig, dass Gott doch antwortet, aber später, und dazu der Weg, den Gott als Antwort gibt, sogar besser als den gebeteten ist.

Das größte Problem bei dem Beter liegt darin, das Positive und den Segen bei der anderen Antwort Gottes zu sehen. Viele kommen zu einem Schluss, dass Gott das Gebet nicht beantwortet habe, weil sie die Antwort Gottes, die anders als die gebetet wurde, nicht annehmen möchten.

Bei vielen fehlt die Geduld zu warten und – ähnlich wie bei Abraham – versuchen sie, eine andere Lösung zu finden, weil sie denken, dass Gott ihre Gebete nicht gehört habe und darauf keine Antwort gebe. Dadurch erfüllt sich, was sie glauben: ihre Gebete bekommen keine Antwort, weil sie selbst das Gebet mit ihrer eigenen Anstrengungen zu beantworten versuchen.

Für mich das Warten auf Gott ist wie der Zustand des Kokons bei der Metamorphose. Du kennst bestimmt die Metamorphose, oder!? Das ist der Prozess, in dem die Raupe still steht, sich in einen Kokon einkapselt, und auf die Verwandlung zu einem Schmetterling wartet. Der Kokon ist oft die hässlichste Form in dem Leben einer Raupe. In dieser Kokon-Phase ist die Raupe am Verwundbarste. Denn sie muss still sein, sich auf die Natur verlassen und kann nicht wehren, wenn sie angegriffen wird. Sollte sich der Kokon viel bewegt oder gar versucht, sich selbst zu verwandeln, wird die Metamorphose fehlschlagen.

So fühlt es sich ungefähr, wenn wir um etwas Schönes beten und auf Gottes Antwort auf unser Gebet warten. Die Zeit des Wartens ist oft die schwierigste Zeit für uns. In dieser Zeit müssen wir ganz still sein und uns auf Gott verlassen. Nicht selten sind wir in dieser Zeit sehr verwundbar für viele Versuchungen, eine eigene Lösung zu finden. Aber wenn wir ganz geduldig auf Gottes Antwort warten, wird das Warten belohnt. Mit Sicherheit!

„Nur auf Gott vertraue still meine Seele, denn von ihm kommt meine Erwartung. Nur er ist mein Fels und meine Rettung, meine hohe Festung; ich werde nicht wanken. Auf Gott ruht mein Heil und meine Herrlichkeit; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht, ist in Gott. Vertraut auf ihn allezeit, o Volk! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht.“ (Psalm 62,6-9)

*Wir verwenden die Elberfelder Bibel Edition CSV Hückeswagen (überarbeitete Fassung), weil diese noch sehr nahe am Urtext ist. In dieser Übersetzung dienen die Runde Klammern wie Gedankenstriche nur zur Gliederung des Textes und zur Erleichterung des Verständnisses. Die eckigen Klammern kennzeichnen Wörter im Neuen Testament, die nicht im Grundtext stehen, jedoch für das bessere Verständnis hinzugefügt wurden.